Annuitätendarlehen, einfach erklärt
Ein Annuitätendarlehen funktioniert nach dem Prinzip der konstanten Rate: Solange der Zinssatz festgeschrieben ist (Zinsbindung), zahlen Sie jeden Monat denselben Betrag. Was sich verändert, ist die Zusammensetzung dieser Rate.
Monatsrate = Restschuld × Zinssatz ÷ 12 + Tilgung
In den ersten Jahren besteht die Rate zu großen Teilen aus Zins und nur wenig aus Tilgung. Mit jedem Monat sinkt die Restschuld, dadurch wird der Zinsanteil kleiner, der Tilgungsanteil größer. Am Ende der Laufzeit zahlen Sie fast nur noch Tilgung.
Beispiel: 300.000 Euro Darlehen, 3,5 Prozent Zinsen, 2 Prozent Anfangstilgung. Die Monatsrate beträgt 1.375 Euro (= 300.000 × 5,5 % ÷ 12). Im ersten Monat sind 875 Euro Zins und 500 Euro Tilgung enthalten. Nach 10 Jahren beträgt die Restschuld noch rund 230.000 Euro, der Tilgungsanteil ist auf 705 Euro pro Monat gewachsen.
Die meisten Banken in Deutschland bieten ausschließlich Annuitätendarlehen an, weil sie für den Kreditnehmer planbar und für die Bank kalkulierbar sind. Andere Modelle wie Tilgungsdarlehen (mit konstantem Tilgungsanteil) oder endfällige Darlehen sind selten und nur in Spezialsituationen sinnvoll.